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Vertrauen in die Existenz

von Sabine Grote (Kommentare: 0)

Wenn Dir nur übrig bleibt, zu vertrauen

Komme gerade von dort, wo die Sonne scheint und es heiße 33 Grad sind. Am Meer der Malabar-Küste Indiens und in den Teebergen von Munnar, habe ich es mir mit meiner Familie gut gehen lassen, um mit frischen, neuen Ideen zurückzukehren. Die Reise war nicht unkompliziert, denn es fing schon mit der Stornierung des Fluges wegen dichtem Nebel über Abu Dhabi an, sodass wir an Weihnachten zuhause saßen anstatt im Flieger.....

Mein Vertrauen in die Existenz ist erneut auf die Probe gestellt worden und das gleich mehrere Male. Auf dieser Reise hatte ich Erlebnisse, die mich an meine Grenzen gebracht haben. Das gebuchte Hotelzimmer war nicht frei, weil es das Hotel, was wir über booking.com gebucht hatten, gar nicht mehr gab. Und das am 31. Dezember. Die Zugreise im Schlafwagen mit nur einem bestätigten Platz anstatt 3, verschaffte mir das Vergnügen, mit meiner Tochter innerhalb der Nacht 3x die Plätze zu wechseln und am Schluss 4 Stunden beengt auf einer Liege zu schlafen.

Am Schluss der Reise mussten wir 3,5 Stunden bis zum Flughafen in Goa per Taxi zurücklegen. Nach dem ersten Drittel fuhr der Taxifahrer zu einer Werkstatt, weil angeblich was mit den Bremsen nicht stimmte. Das hat uns wieder ins Ungewisse gestürzt…

Nirgendwo lernt man besser zu relaxen als in Indien. Du musst in ein anderes Fahrwasser kommen. Denn die Inder ticken einfach anders als die Deutschen. Sie tun alles, was notwendig ist, haben aber dabei Ihren eigenen Rhythmus. Und der ist langsam! Sie sagen: „5 minutes“, meinen aber indische 5 Minuten und die können verdammt lang sein. Dann bekommst Du aber zuverlässig, das, was Du wolltest. Wenn Du Dich einmal in diese Schwingung eingetuned hast, geht es leicht. Du musst nur mitschwingen und Dich hingeben. Meistens braucht das eine gewisse Zeit.

Ich fühlte mich hingegen der Situation unfreiwillig ausgeliefert. Du kannst da wunderbar Deine Muster angucken, z.B. wie sinnlos es ist, gegen irgendwen anzukämpfen oder auf Dein Recht zu bestehen. Die Dinge nehmen ihren Lauf genauso, wie es gemeint ist und nicht schneller oder wie wir es gerne hätten.

Wenn wir das verstanden haben und die Kontrolle abgeben, kommen wir in eine tiefe Entspannung und es passiert ein Loslassen von unseren begrenzten Vorstellungen, wie was zu sein hätte. Du kannst Dich den Wellen hingeben, der Natur und Dich tief in das einfühlen, was gerade ist. Dadurch bist Du in Verbindung mit allem und gleichzeitig folgst Du Deinem eigenen Rhythmus, vertraust in die Gezeiten, den Wechsel von Aktion und Innehalten. Ein Lernprozess für jeden, nicht nur in Indien.

Übrigens, wir konnten die Sylvesternacht zwar nur im Dormitorio verbringen, aber dafür haben wir an Neujahr superschöne Hotelzimmer bekommen. Der Taxifahrer hat uns am Tag der Abreise noch rechtzeitig an unser Ziel gebracht.

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